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SYNTHESIZED FASHION „Der schöne Schein“

 

Wesenlose Schönheit


Mode ist keine Erfindung der Neuzeit. Doch sie hat einen deutlichen Bedeutungswandel durchlebt. In seiner Werkreihe SYNTHESIZED FASHION führt uns Achim Koerfer vor Augen, wie sich das Diktat der Mode auf unsere Gesellschaft auswirkt. Wie Zeitgeist seine gespenstische Seite zeigt, indem er Individualität zum Ausschlusskriterium erhebt.


Als Repräsentantin modischen Chics über viele wechselnde Modetrends hinweg, verkörpert die Schaufensterpuppe keine Persönlichkeit – nicht einmal einen Typ. Ihre Schönheit ist abstrahiert und normiert. Mit wenigen Requisiten kann sie an den aktuellen Geschmack angepasst werden. Die Gesichter der Puppen sind maskenhaft, zeigen keine Regung. Sie wollen weder Sympathie noch Ablehnung wecken. Erst in der fotografischen Inszenierung erhalten sie ein Wesen, bekommen eine Bedeutung. Weitere Motive ►

 

 

Mode als Massenphänomen


Im frühen Mittelalter unterschied sich die Kleidung von Arm und Reich zunächst nur durch Qualität und Farbe der Stoffe. Im 12. Jahrhundert bildete sich dann das Schneiderhandwerk aus. Wer gut betucht war, nähte nicht mehr selbst, sondern ließ nähen. Doch es dauert noch bis weit ins 14. Jahrhundert bevor Mode nach heutigem Verständnis entstand. Zu einem echten Hype kam es allerdings erst im 20. Jahrhundert.


Wer sich heute der Mode verweigert wird ausgegrenzt und misstrauisch beäugt. Wer sich nicht uniformiert, wird ignoriert. Hier ist der Punkt, wo sich der Mensch als soziales Wesen selbst ad absurdum führt. Denn wo alle gleich sind, sticht niemand mehr heraus. Doch alle wollen beachtet werden, Anerkennung bekommen und nicht nur Bestandteil einer Menge sein. Weitere Motive ►

 

 

Dabeisein ist alles


Offensichtlich besteht ein dringendes Bedürfnis, sich zu uniformieren. In vielen Fällen wider jede Vernunft. Das wenigste, das die Herren Couturiers ersinnen, ist für den Durchschnittsmenschen gemacht. Der aber zwängt sich unverdrossen in Textilien, die auf ein Schönheitsideal zugeschnitten sind, dem er nicht entspricht.


Geschürt von den Medien, die täglich Tausende von Fotos veröffentlichen, auf denen die Schönen und die Reichen in den angesagten Outfits zu sehen sind. Denn der Mensch braucht Orientierung. Das führt teilweise so weit, dass sich vornehmlich junge Frauen zu Tode hungern, um den Topmodels ähnlich zu sein. Sie haben aufgehört, sich mit sich selbst zu identifizieren, und sind einem fragwürdigen Idol hörig geworden. Weitere Motive ►

 

 

Die Suche nach Vorbildern


Achim Koerfer proklamiert in SYNTHESIZED FASHION Unabhängigkeit von starren Schablonen, die niemandem gerecht werden. Ausgenommen denen, die daran verdienen. Vorbilder findet man nicht in Modemagazinen. Angesagten Trends hinterher zu hecheln, führt eher dazu, sich selbst zu verlieren. Jede Authentizität und Glaubwürdigkeit kommt abhanden.


Und je mehr man sich bemüht, up to date zu sein, umso weniger sieht man, was sich jenseits des Moderummels abspielt – nämlich die Realität. Und dort werden nicht diejenigen bewundert, die am schnellsten ihre Garderobe wechseln können. Achtung und Anerkennung bringt man vielmehr den Menschen entgegen, die sich selbst und ihren Überzeugungen treu sind, die für Werte einstehen, die der Gesellschaft zu Gute kommen. Weitere Motive ►

 

 

Kleider machen Leute


Stimmt das noch in einer Zeit, wo Mode und Marken kopiert und millionenfach auf den Markt geschwemmt werden? Gibt man nicht eher zu verstehen, dass man keine eigenständige Entscheidung treffen will, was zu einem passt. Den individuellen Stil zu finden, ihn weiterzuentwickeln und zu variieren ist der Weg, anderen seine Persönlichkeit zu kommunizieren.


Sich zu befreien von dem Zwang, den jeder Wechsel in der Mode mit sich bringt, bringt mehr Lebensfreude. Selbstbestimmt und souverän zu sein, führt zu wahrer Akzeptanz und Anerkennung. Weitere Motive ►

 

 

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